Die Deutsche Mundgesundheitsstudie schaut den Bürgern genau in den Mund – jetzt ist die fünfte Ausgabe erschienen

Wie verbreitet ist Karies in Deutschland?
Gibt es mehr oder weniger Parodontalerkrankungen?
Zeigen die bisherigen Therapiekonzepte Erfolge?

Diese und viel mehr Fragen beantwortet die Deutsche Mundgesundheitsstudie. Im Auftrag der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) erforscht das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) seit 1989 die Mundgesundheit der deutschen Bevölkerung.

Gerade ist die fünfte Studie erschienen, und die Ergebnisse sind beachtlich: Deutschland erreicht beim Rückgang von Karies, Parodontitis und völliger Zahnlosigkeit im internationalen Vergleich Spitzenpositionen. Die Deutschen pflegen ihre Zähne heute besser als noch vor 20 Jahren, die Mundgesundheit ist so gut wie nie. Kinder und Erwachsene haben weniger Karies und Entzündungen, ein großer Erfolg der regelmäßigen Vorsorge. Auch die Gebisse der älteren Menschen sind deutlich besser und weniger zahnlos als vor zwei Jahrzehnten.

Einziges Sorgenkind ist die Parodontitis, eine durch Bakterien verursachte Entzündung des Zahnbettes, die als häufigste Ursache für einen Zahnverlust bei Erwachsenen gilt. Da sind zurzeit zwar weniger Menschen betroffen als bisher. Die Experten rechnen aufgrund der alternden Gesellschaft jedoch mit steigenden Behandlungszahlen. Positiv: Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist davon überzeugt, viel für die Gesund-
erhaltung der eigenen Zähne tun zu können.


Parodontalerkrankungen

Schwere Parodontalerkrankungen haben sich bei jüngeren Erwachsenen und den 65- bis 74-Jährigen halbiert.

Da die Gesellschaft zunehmend altert, steigt der Behandlungsbedarf bei der Parodontitis prognostisch an.


Karies

Acht von zehn zwölf-jährigen Kindern (81 Prozent) sind heute kariesfrei. Die Zahl der kariesfreien Gebisse hat

Sich seit 1997 verdoppelt.

Bei den 35- bis 44-Jährigen hat sich die Zahl der Zähne mit Karieserfahrung seit 1997 um 30 Prozent reduziert.

Die Zahl der jüngeren Erwachsenen mit einer Karieserkrankung an der Zahnwurzel hat sich halbiert.


Zahn- und Mundpflege

Jedes zweite Kind (45 Prozent) und jeder dritte Erwachsene (31 Prozent) kennen die Empfehlungen

zur Zahnpflege und geben ein gutes Zahnputzverhalten an.

Die Mundhygiene bei den 65- bis 74-Jährigen hat sich entscheidend verbessert: Dreimal mehr der Senioren als

noch 1997 geben an, sich gut um ihre Zähne zu kümmern.


Zahnverluste und Zahnersatz

Nur noch jeder achte Senior zwischen 65 und 74 Jahren ist zahnlos, 1997 war es noch jeder Vierte.

Jüngere Senioren besitzen im Durchschnitt fünf eigene Zähne mehr als im Jahr 1997. Der Trend zu

festsitzendem Zahnersatz nimmt weiter zu, da dieser an eigenen Zähnen verankert werden kann.

Die Zahlen

Die moderne Zahnmedizin setzt seit vielen Jahren auf Implantate. Der künstliche Zahnersatz kann genauso belastet werden wie die eigenen Zähne und fügt sich optisch perfekt in die vorhandene Zahnreihe ein. Rund eine Million Implantate werden jährlich in der Bundesrepublik eingesetzt, die Erfolgsquote liegt bei 95 Prozent. Das heißt: Die allermeisten Implantate heilen ohne Komplikationen ein und halten viele Jahre. Studien zeigen, dass nach zehn Jahren mehr als 90 Prozent der Implantate im Unterkiefer noch fest sitzen, im Oberkiefer sind die Knochenbedingungen etwas schlechter, dort sind es etwa 80 bis 85 Prozent.  

 

Das Implantat

Ein Implantat besteht aus drei Teilen: der Wurzel, die meist aus Titan oder der metallfreien Vollkeramik Zirkondioxid gefertigt wird, einem Verbindungsstück und dem sichtbaren Zahnersatz. Das können eine Zahnkrone, eine Brücke oder eine Prothese sein. Die künstliche Wurzel ist zwischen acht und 16 Millimeter lang und ähnelt einer Schraube. Weil sie fest mit dem Kiefer verwächst, kann sie die hohen Belastungen aushalten, die beim Kauen entstehen.

 

Das Material

Für den sichtbaren Teil des Implantats wird vermehrt Zirkonoxid eingesetzt. Viele Patienten finden das ästhetischer und ansprechender als konventionelle Prothetik aus Keramik mit Gold. Immer gefragter werden auch Hochleistungskunststoffe, sogenannte Peek (Polyetheretherketone). Sie sind biokompatibel, lassen Röntgenstrahlen durch, können wiederholt sterilisiert werden und schmelzen erst bei mehr als 330 Grad Celsius.

 

Der Kieferknochen

Die wichtigste Voraussetzung für den Einsatz eines Implantats ist genügend Knochensubstanz. Der Kieferknochen muss für ein Implantat an der betroffenen Stelle mindestens acht Millimeter hoch und sieben Millimeter breit sein. Ist das nicht der Fall, gibt es zwei Möglichkeiten, das Knochenvolumen zu vergrößern. In der ersten Variante werden beim Einsetzen des Implantats körpereigene Knochenspäne, die beim Bohren entstehen, zum Aufbau des Knochens genutzt. Das ist bei kleineren Knochendefiziten machbar. Muss viel Knochen aufgebaut werden, kann das bis zu neun Monate dauern. Hier liefert der benachbarte Kieferknochen das für den Aufbau nötige Gewebe.

 

Die Osseointegration

Der langfristige Erfolg einer Implantatversorgung steht und fällt mit der Verankerung der künstlichen Zahnwurzel im Knochen. Je besser das Implantat einheilt, umso belastbarer ist es im Alltag. Diese Einheilung heißt Osseointegration – der Begriff setzt sich aus den lateinischen Worten für Knochen (Os) und einbinden (integrare) zusammen. Die Knochenzellen wachsen nach der Wundheilung an das Implantat heran und heften sich an seine Oberfläche. Dadurch wird die gewünschte Stabilität
erreicht.

 

Die Kosten

Die Kosten eines Implantats hängen von verschiedenen Faktoren ab: Um wie viele Implantate handelt es sich? Welcher Implantat-Typ wird gesetzt? Mit welcher Methode? Ist es ein leichter Routineeingriff oder ein schwieriger Fall? Die Kosten nennen wir Ihnen exakt mit einem Heil- und Kostenplan. Dazu gehören die Kosten für den Zahnersatz, also die Krone oder Brücke. Private Versicherungen übernehmen die Kosten für die Behandlung, wenn das im individuellen Tarif so festgelegt ist. Gesetzliche Krankenkassen zahlen lediglich einen Festkostenzuschuss – meist 50 Prozent – auf die konventionelle Versorgung mit Zahnersatz. Für das Implantat selbst und das Einsetzen sowie sämtliche Leistungen darum herum zahlen die gesetzlichen Krankenkassen nicht.

 

Die Reinigung

Ein Implantat muss penibel gereinigt werden. Die künstliche Zahnwurzel ist viel anfälliger als die Wurzel eines echten Zahns, sie kann bakterielle Angriffe nicht abwehren. Setzen sich Beläge am Zahnfleischrand ab, kann sich das Zahnfleisch schnell entzünden. Eine Periimplantitis, eine Entzündung rund um das Implantat, Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang und Knochenabbau können die Folge sein, schlimmstenfalls kann der Patient das Implantat verlieren. Neben der täglichen gründlichen Zahnpflege sollten deshalb ein regelmäßiger Check-up beim Zahnarzt sowie eine professionelle Zahnreinigung selbstverständlich sein.

 

Die Geschichte

Das erste Implantat, das in etwa an die heutigen Modelle erinnert, wurde 1939 von den Gebrüdern Storck entwickelt. Es verfügte bereits über eine Gewindeform. Wegweisend war die Entdeckung des schwedischen Orthopäden Per-Ingvar Brånemark. Er prägte den Begriff Osseointegration. Das bedeutet, dass Titan und Knochen sich so eng miteinander verbinden, dass das Implantat nicht mehr zu entfernen ist. Die ersten künstlichen Wurzeln aus diesem Material setzte er einem Patienten 1965 ein – sie hielten 40 Jahre lang. Titan ist heute das am häufigsten verwendete Material für Implantate.

Schützen und stärken

Sie können einiges dafür tun, um freiliegende Zahnhälse zu verhindern und, falls Sie bereits welche haben, sie zu schützen:

• Putzen Sie richtig. Die Zahnbürste wird im 45-Grad-Winkel angesetzt und mit kleinen, sanft rüttelnden Bewegungen zur Kaufläche geführt. Nie umgekehrt! Nie waagerecht!
• Verwenden Sie eine mittelharte oder weiche Bürste, die Sie einmal im Monat austauschen.
• Putzen Sie erst eine halbe Stunde nach dem Essen die Zähne, sonst reiben Sie ein Stück des vom Essen aufgeweichten Zahnschmelzes weg.
• Massieren Sie täglich Ihr Zahnfleisch – sanft mit dem Finger oder der Bürste. So wird die Durchblutung angeregt.
• Mineralisieren und desensibilisieren Sie Ihre Zähne einmal die Woche mit einem Fluoridgel.
• Verwenden Sie spezielle Zahncremes für schmerzempfindliche Zähne. Diese verringern die Empfindlichkeit. Verzichten Sie auf Weißmacher-Zahncremes. Diese enthalten oft Schleifpartikel, die den Zahnhals zusätzlich schädigen.

Gut ein Drittel der Deutschen leidet unter schmerzempfindlichen Zähnen. Das hilft dagegen

Autsch! Beim genüsslichen Eisschlecken jagt plötzlich ein feiner Schmerz durch den Kiefer. Schuld ist ein Zahn, der empfindlich auf Reize wie kalt, heiß, süß oder sauer reagiert. Experten zufolge leidet ein Viertel bis ein Drittel der Bundesbürger im Lauf ihres Lebens darunter.

Die Ursachen sind verschieden. Infrage kommen zum Beispiel undichte Füllungen oder eine schlecht sitzende Krone. Auch eine weit fortgeschrittene Karies kann den Zahn äußerst empfindlich machen. Der mit Abstand häufigste Grund für den unangenehmen Schmerz sind allerdings freiliegende Zahnhälse. Das Zahnfleisch zieht sich im Lauf des Lebens immer mehr zurück und legt die Zahnhälse frei. Da hier der Zahnschmelz langsam ausläuft, ist der Zahn an dieser Stelle weniger geschützt und sehr viel empfänglicher für Reize von außen als zum Beispiel oben an der Zahnkrone.

Der Rückgang des Zahnfleisches ist zwar ein natürlicher Vorgang, oft wird er jedoch zusätzlich beschleunigt. Durch nächtliches Knirschen mit den Zähnen zum Beispiel, oder falsches, waagerechtes Schrubben beim Zähneputzen. Die Borsten wirken dann wie eine Säge und tragen mit der Zeit Zahnsubstanz ab. So entstehen Kerben oder keilförmige Defekte am Zahnhals. Häufig diagnostiziert der Zahnarzt auch eine Parodontitis, eine durch Bakterien hervorgerufene und dringend behandlungswürdige Entzündung des Zahnhalteapparates. Unbehandelt führt die Parodontitis schleichend zu weiterem Zahnfleischrückgang und in der Folge zu Zahnlockerungen und sogar Zahnverlust. In der aggressiven Form kann auch der Kieferknochen angegriffen werden.

Sind freiliegende Zahnhälse die Ursache für die sensiblen Zähne, kann der Zahnarzt sie mit einem Fluoridlack versiegeln und dadurch die Reizempfindlichkeit verringern. Nach einer gewissen Zeit muss die Anwendung wiederholt werden. Auch eine Beschichtung mit sogenannten Haftvermittlern kann erfolgreich sein. Diese Substanzen sorgen normalerweise dafür, dass die Verbindung zwischen Füllung und Zahn hält. Gibt es einen Defekt im Zahnhals, kann der Zahnarzt ihn mit einer Füllung verschließen. In extremen Fällen schützt eine Krone oder auch eine Zahnfleischplastik den freiliegenden Zahnhals.

Die professionelle Zahnreinigung kann vor Karies und Parodontitis schützen

Die meisten Menschen beherrschen die richtige Zahnpflege aus dem Effeff. Theoretisch. Denn praktisch attestieren Zahnärzte den Deutschen ein eher unterdurchschnittlich gutes Putzverhalten. Vor allem abends, wenn es auf eine besonders intensive Reinigung der Zähne ankommt, sind die Bundesbürger faul: Im Schnitt kümmern sie sich dann 48 Sekunden lang um ihre Zähne. Das ist deutlich zu kurz. Denn so bleiben immer Beläge übrig. Unregelmäßig stehende Zähne und verschieden große Zahnzwischenräume machen es unmöglich, alle Speisereste und Beläge gründlich zu entfernen. Rund 60 bis höchstens 70 Prozent der Zahnoberfläche, schätzen Experten, können mit der Bürste erreicht werden. Deshalb raten Zahnärzte, die Zähne mindestens zweimal pro Jahr vom Profi reinigen zu lassen.

Bei der sogenannten professionellen Zahnreinigung – kurz PZR – entfernt eine eigens dafür ausgebildete Fachkraft, eine sogenannte Dentalhygienikerin, sämtliche Beläge auf den sichtbaren Zahnflächen und in den Zahnzwischenräumen. Dafür werden spezielle Instrumente und Geräte, die zum Beispiel mit Ultraschall arbeiten, verwendet. Das erklärt auch den Titel „professionelle“ Zahnreinigung – solche Möglichkeiten hat der Patient zu Hause nicht.

Sollten schon Anzeichen einer Parodontitis erkennbar sein, können die Zahnfleischtaschen – über die PZR hinaus – gründlich gereinigt werden. Damit wird ein allzu rasches Fortschreiten der Parodontitis verhindert. Mit Instrumenten wie zum Beispiel einem Pulverstrahlgerät können Verfärbungen von Tee, Kaffee oder Nikotin auf den Zähnen beseitigt werden. Die PZR hat also neben dem reinigenden auch einen kosmetischen Effekt. Neben den harten Belägen, dem sogenannten Zahnstein, werden die weichen mithilfe von kleinen Bürsten oder Zahnseide entfernt. Da es Bakterien viel schwerer fällt, sich auf einer glatten als auf einer rauen Oberfläche anzusiedeln, werden die Zähne nach der Reinigung poliert. Auch eventuell unebene Übergänge zu Füllungen und Zahnersatz werden geglättet. Zum Schluss der PZR werden alle Zähne mit einem hochkonzentrierten Fluoridlack oder -gel überzogen, der sie vor Säureattacken der Bakterien schützt. Während und nach der professionellen Zahnreinigung nimmt sich die Fachkraft Zeit, um den Patienten zu allen Fragen der täglichen Mundhygiene zu beraten und Lösungen für die individuelle Mundgesundheit zu finden. Wann ist Zahnseide sinnvoll und wann greift man am besten zu Interdentalsticks? Welche Putztechnik säubert effektiv und schont gleichzeitig Zahnfleisch und Zähne? Welche Mundspülungen sind zu empfehlen?

So wichtig die professionelle Zahnreinigung auch ist: Sie ersetzt keinesfalls die tägliche Zahnpflege, sondern ergänzt sie. Wer schlampiger putzt in dem Glauben, bei der PZR würde sowieso der Hauptteil der Reinigungsarbeiten erledigt, schadet seinen Zähnen. Denn zwischen zwei Terminen beim Zahnarzt haben die Bakterien mehr als genug Zeit, um ihr Werk zu verrichten. Idealerweise liegen zwischen zwei Zahnreinigungen sechs Monate. Besteht ein hohes Parodontitisrisiko, kann es sinnvoll sein, die Abstände eine Zeit lang zu verkürzen. Auch Krankheiten wie Diabetes oder Stress können sich auf die Mundgesundheit auswirken, hier ist gegebenenfalls eine häufigere Reinigung angebracht. Das gilt auch für Menschen, die Medikamente nehmen, die den Speichelfluss verringern. Dadurch steigt nämlich das Risiko, dass sich Karies bildet. Kinder und Jugendliche, die eine Zahnspange tragen und deshalb schlecht an manche Zähne kommen, und Menschen mit empfindlichem Zahnfleisch oder Zahnersatz profitieren ebenfalls von der professionellen Reinigung. Zu der Gruppe, die ihre Zähne am besten alle zwei bis drei Monate regelmäßig reinigen lassen sollte, gehören auch Senioren. Studien haben gezeigt, dass die Mundhygiene mit zunehmendem Alter nachlässt. Das liegt unter anderem daran, dass das Zahnfleisch zurückgeht. Damit vergrößert sich die freiliegende Zahnoberfläche, die Bakterien haben mehr Platz für ihre Angriffe. Hinzu kommt, dass ältere Menschen oft feinmotorische Schwierigkeiten haben, sodass sie nicht mehr so gut mit der Bürste umgehen können. Hier sollte auch darüber nachgedacht werden, ob die Investition in eine elektrische Zahnbürste sinnvoll ist, da diese die nötigen Bewegungen automatisch macht und nur noch an den Zahn gehalten werden muss.

Ein gutes Vollkornbrot mit vielen Körnern und Saaten ist nicht nur gesund für den Körper, es pflegt und schützt auch die Zähne. Es ist ähnlich wie Gemüse sehr faserreich und wirkt daher reinigend und kräftigend. Die raue Oberfläche der Körner funktioniert wie eine Zahnbürste, sie entfernt Beläge schon während des Kauens. Dass Vollkornbrot so intensiv gekaut werden muss, stärkt den Zahnhalteapparat und auch die Kaumuskulatur. Dadurch wird auch der Speichelfluss angeregt. Ein positiver Effekt, denn die Spucke enthält Enzyme, die die schädlichen Säuren im Mund neutralisieren und so Karies vorbeugen.

 

Fruchtmus in Quetschbeuteln ist bei Kindern beliebt und wird von Eltern gern gegeben – im Glauben, dem Nachwuchs damit etwas Gutes zu tun. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde sieht den Genuss von Obstpüree aus dem Beutel allerdings mit Sorge: Bei der Aufnahme des Breis werden vor allem die Frontzähne im Oberkiefer mit der gleichzeitig zuckerhaltigen und sauren Masse umspült. Das fördert den Zahnschmelzabbau und Karies. Zudem ist es wichtig, dass Kinder bereits in jungen Jahren das Kauen üben. Denn eine gut ausgebildete Kaumuskulatur ist eine wichtige Voraussetzung für das Sprechenlernen. Die Warnung gilt übrigens auch für Erwachsene: Smoothies können den gleichen Schaden anrichten.

 

Rund 20 Prozent der Frauen putzen ihre Zähne dreimal am Tag oder häufiger. So viel Enthusiasmus bei der Zahnpflege haben nur 12 Prozent der Männer. Zu dem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov. Demnach greift fast ein Viertel der Männer lediglich einmal täglich zur Zahnbürste, so nachlässig sind nur 15 Prozent der Frauen. Sie gehen mit 40 Prozent zudem häufiger zur professionellen Zahnreinigung als Männer, von denen 30 Prozent sich regelmäßig die Zähne fachgerecht säubern lassen. Keinen Unterschied gibt es bei der Mundspülung: sowohl die Hälfte der Frauen als auch die Hälfte der Männer nutzt eine.

 

Nach mehr als 30 Jahren hat das US-amerikanische Gesundheitsministerium aus seinen Leitlinien die Empfehlung gestrichen, täglich Zahnseide zu nutzen. Es sei nicht hinreichend bewiesen, dass der Faden zwischen den Zähnen dabei helfe, Karies zu verhindern. Dem widersprechen Zahnärzte rund um den Globus mit ihrer Erfahrung: Bei richtiger Anwendung zeige die Zahnseide tatsächlich vorbeugende Effekte, wenn auch nicht unbedingt bei Karies. Die US-Experten räumen ebenfalls ein, dass Zahnfleischentzündungen und -blutungen bei fachgerechter Nutzung minimiert werden können. Auch wenn sie die Wirkung der Zahnseide als Kariesprophylaxe infrage stellen, raten sie dazu, die Zahnzwischenräume täglich zu reinigen – am besten mit Interdentalbürsten.

Foto: mit freundlicher Genehmigung / © / Bildmaterial Kulzer GmbH, Hanau

Zahnersatz kann mit der digitalen 3-D-Drucktechnologie passgenau hergestellt werden. Dafür werden zunächst Kiefer und Zähne digital vermessen. Die Daten werden an eine Software geschickt, die millimetergenau berechnet, wie die Krone oder die Brücke aussehen muss, damit sie perfekt sitzt. Die Informationen werden an den 3-D-Drucker gegeben, der innerhalb weniger Minuten den 
Zahnersatz entstehen lässt.

 

Etwa jedes zehnte Kind im Alter bis zu drei Jahren ist in Deutschland von Milchzahnkaries betroffen. Wird diese Erkrankung zu spät entdeckt und behandelt, kann das zu erheblichen Folgeschäden für das bleibende Gebiss führen. Seit Juli dieses Jahres wird daher die zahnärztliche Vorsorge für Kinder bis zum 6. Lebensjahr stärker gefördert. Im Kinderuntersuchungsheft, dem sogenannten „Gelben Heft“ finden sich ab sofort sechs Verweise vom Kinderarzt zum Zahnarzt in Form von Ankreuzfeldern. Der Zahnarzt soll mögliche Auffälligkeiten im Wachstum von Kiefer, Zähnen und Schleimhaut abklären und Früherkennungsuntersuchungen vornehmen.